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Roadtrip nach Hamburg mit dem ID.3

Kaum zu glauben, dass wir schon so lange elektrisch fahren. Am 28. Januar 2025 hatten wir den ID.3 Pure zu uns nach Hause geholt. Da wir eigentlich nur in der Umgebung unterwegs sind, gab's die Version mit dem kleineren Akku (52 kWh) mit einer angeblichen Reichweite von ca. 380 km. Im Winter ist es weniger, im Sommer etwas mehr. Es kommt natürlich auch auf die Fahrweise und Geschwindigkeit an. In der Zeit seit wir den ID.3 fahren wurde es nie knapp. Nur einmal kamen wir überhaupt auf etwas weniger als 20%, und da protestierte die Anzeige dann schon und wollte mich zum nächsten Laden schicken. Das allerdings machen wir ja zuhause, und im Sommer überwiegend mit Sonnenstrom.

Nichtsdestotrotz, die Idee, mal eine längere Tour zu machen, schwelte in mir. Dann kam der Messengertext eines langjährigen Freundes, ca. 3 Wochen vor seinem runden Geburtstag, in dem er mir sagte, wie toll er es fände, wenn ich auf seine Feier kommen könnte. Mit dem ID.3 nach Hamburg??!!! - Der Gedanke ließ mich nicht mehr los, doch gleich drauf festlegen wollte ich mich auch nicht. Zur Sicherheit bestellte ich eine Ladekarte, schob dann die endgültige Entscheidung auf bis zum letzten Moment.

Um 05:00 Uhr morgens gestern war es dann soweit. Akku geladen auf 100% (zur gewünschten Abfahrtszeit), wir tatsächlich wach und munter, Gepäck seit gestern im Auto. Los ging's! Kaum auf der Autobahn, fühlte es sich auch schon richtig an.

Laden an Autobahnraststätten - ungewohnt, nicht grade billig, doch technisch kein Problem, und für diese Testfahrt in Kauf genommen. Beim ersten Halt waren wir froh um einen Kaffee, erfreuten uns am wunderschönen Morgenrot, und schon war die Batterie fast voll, also zurück zum Auto und weiter gings. Klar, Benzin oder Diesel hat man schneller "geladen". Doch man muss dafür zur Zapfsäule, und in der Zeit dabeibleiben. Möchte man eine Pause einlegen, muss man anschließend einen Parkplatz suchen, also sein Auto umstellen. Beim Laden muss man nicht beim Auto bleiben, man muss für eine Pause auch nicht umparken.

Die Fahrt war toll, und kurz vor HH ladeten wir nochmal voll, damit wir die Rückfahrt ohne Verzögerung antreten konnten. Dann kam der Punkt, an dem wir auf die A7-Sperre vor dem Elbtunnel trafen, und die Autobahn verlassen mussten. Das Navi kam mit der Situation überhaupt nicht klar, und wollte uns immer wieder auf die A7 schicken ("bitte wenden und..."). Irgendwann stellte ich das Auto an einem Straßenrand ab, und wir beschlossen, das Navi abzuschalten und mit Google Maps weiterzufahren. Wir mussten über die Elbbrücken, und kamen dann endlich wieder auf den Weg. Das fühlte sich gut an, obwohl der Stau unsere Ankunfstzeit um gut 2 Stunden verzögerte. Nebenbei hatten wir damit auch noch eine kleine Sightseeingtour durch die Stadt, und ich erkannte so manchen altvertrauten Platz wieder.

Wir kamen ohne weitere Probleme mit 83% Ladung am Ziel an und wurden freudig von der Hundedame des Hauses begrüßt. Die Rückfahrt starteten wir etwa um 10:00 Uhr, nach dem Berufsverkehr. Es war eine sehr schöne, weitgehend flüssige Fahrt, die mir auch wieder ungeheuer Spaß machte. Auf dem Weg nach Hause war ich etwas mutiger, und ging erst laden bei unter 20%. Fazit ist: wir wären mit 2 Ladestopps locker rnach Hause gekommen, selbst mit dem kleinen Akku, doch ich machte noch einen kurzen Zwischenstopp.

Selbst mit dem kleineren Akku vom ID.3 kann man sich auch mal eine Langstrecke geben. Die etwas längeren Pausen bis man wieder losfahren kann, lassen sich gut nützen für die kleinen Notwendigkeiten, einen Kaffee vielleicht, auch mal eine Kleinigkeit essen, oder sich einfach die Beine vertreten. Es ist ja nichts alltägliches (sonst hätten wir den größeren Akku genommen), sondern für uns die Ausnahme.

Also ja, es geht, man kann. Der Strom war (da ich eine Ladekarte ohne Grundgebühr hatte) nicht billig, dennoch wär's mit unserem früheren Diesel immer noch um ca. 1/3 teurer geworden. Denn da hätten wir schon vor dem Start um Geld getankt, während wir von zuhause ja mit 100% günstigem Strom (80% von Sonne, Rest nachts geladen) gestartet sind, und das was wir übrig behielten, immerhin 35%, dafür hätten wir dann auch kein Geld mehr ausgeben müssen, sondern am nächsten Morgen Sonne tanken können.

Die doch recht verbreiteten Reichweitenängste (als müsste man Verbrenner niemals tanken...?) sind unbegründet. Selbst ohne Ladekarte wären wir mit Kreditkarte durch Deutschland gekommen. Die nächste Ladestation ist auf jeden Fall immer noch in Reichweite, selbst wenn nicht mehr viel Ladung im Akku sein sollte. Beim nächsten längeren Tripp allerdings werden wir die Halte im Vorfeld planen und dabei auch die Kosten im Auge haben.

Ganz lieben Dank noch an unsere Freunde und Gastgeber in Hamburg. Es war kurz, aber wunderschön!

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