Auf den Pfänder über das Gschlief mit Gewitter 1/12

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Nachdem meine Cousine und ich vor ein paar Jahren mehr oder weniger regelmäßig den Pfänder bestiegen, waren wir irgendwann dazu übergegangen, uns auch andere Wander- und Spazierwege im Lande anzusehen. Unsere letzte Tour vom Wirtatobel auf den Pfänder spornte uns allerdings an, es doch mal wieder mit dem Gschlief zu versuchen. Wobei, genau genommen war ich der Ansicht, doch öfter mal wieder ordentlich aufwärts zu wandern, um was für die allgemeine Fitness zu tun. Auch wenn man jedes Gramm hier merken mag, ohne die Kamera ging's dann einfach doch nicht.

Praktischerweise startet man von der Pfänderbahn aus, zu der mich der Bus von der nächsten Straßenecke weg direkt hinbringt. Wir hatten ausgemacht, uns nach der Arbeit am späten Nachmittag zu treffen. Ausgestattet mit neuem Rucksack und Wanderstöcken kam ich recht motiviert an der Haltestelle an.

Das Gschlief hat es in sich, vor allem für Ungeübte und Aufsteiger, die es noch nicht kennen. Wir kennen es, ich war allerdings schon länger nicht mehr diesen Weg gegangen, und mir war sehr klar, dass es recht anstrengend werden würde. Wir erlebten, wie eine Gruppe Ostösterreicher an uns vorbeizog, und wir sie dann wieder überholten, weil zumindest eine Person aus der Gruppe nicht mehr konnte / wollte. Die Gruppe trennte sich dann in Ab- und weiter Aufsteiger.

Grade wenn man nicht regelmäßig auf die harte Tour geht, muss man's langsam angehen. Dann schafft man es auch rauf. Es ist keine Schande, wenn es länger dauert, grade dann, wenn man sich für das Gschlief entscheidet, das ein paar recht steile Passagen zu bieten hat. Es gibt eine Stelle vor der Halbstation, von der hat man eine schöne Sicht ins Tal und auf den See. Da war dann schon zu erkennen, dass ein Wetter im Anrollen war. Und wir vernahmen hier bereits das Donnergrollen. Irgendeiner zog an uns vorbei - "Mal schauen, ob wir's noch vor dem Regen hinauf schaffen". Ja, er vielleicht, mit dem Tempo das er vorlegte (es gibt Leute, die rennen nahezu da rauf, sind halt extrem gut trainiert), wir nicht.

Der Versuch, Tempo zuzulegen erwies sich als zu schnell ermüdend. Also weiterhin langsam, Schritt für Schritt (don't panic). Die Wanderstöcke waren übrigens wirklich eine Hilfe. Noch vor der Halbstation ging es los mit Blitz und Donner. Einmal war es so heftig, dass ich erschrocken aufschrie und einen Satz zur Seite machte.

Regen hätte mir nichts ausgemacht. Ob ich jetzt nass vom Schweiß oder vom Regen oben ankomme, ist einerlei. Zumindest das T-Shirt wechseln muss ich sowieso. Aber Gewitter... Immerhin waren wir nicht die einzigen auf dem Weg. Und keiner der offensichtlich geübten Pfändergänger geriet in Panik, also blieben auch wir schließlich ruhig, setzten einen Schritt vor den anderen, und kamen, nachdem das Gewitter bereits weitergezogen war, gut oben an. Ich hatte noch Zeit mich umzuziehen, eine 12er Karte zu lösen, und die Aussicht zu genießen, bevor die Bahn uns runterbrachte.

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