Geht's noch größer (oder kleiner)? - Super Macro

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Sowohl in der Tele- (bei hoher Brennweite) als auch in der Macro-Fotografie mag man jede leiseste Verwacklung merken. Das kann einen anfänglich schon mal ein wenig entmutigen. Doch es gibt hinreichend Beispiele für gut gelungene Bilder. Unmöglich ist es also nicht. Es gibt eben Bereiche in der Fotografie, die muss man sich erst erarbeiten.

Einen scharfen Bereich (der ohne Stacking ohnedies nur in einem sehr kleinen Bereich zu erhalten ist, es sei denn, das Objekt ist flach) zu bekommen wird in der Macrofotografie umso schwieriger, je näher man den kleinen Dingen auf die Pelle rückt. Bereits vor einiger Zeit erwarb ich ein kleines Macro-Objektiv mit dem Vergrößerungsfaktor 4 - 4,5, das Zhongyi Mitakon 20mm F2 4.5x Super Macro. Das Wetter am diesem Wochenende lud eher zu Inhouse-Experimenten als Touren mit der Kamera ein, und das machte ich dann auch.

Dieses Objektiv hat nicht nur (wie üblich bei dieser Art Linse) keinen Autofokus, es gibt auch manuell wenig auszurichten, außer sich zwischen 4 und 4.5-facher Vergrößerung zu bewegen. Es gibt nur einen Weg, wie man z.B. bei 4.5-facher Vergrößerung die Schärfe einstellt. Das ist günstigerweise ein 2-Wege-Macroschlitten, mit dem die Linse vor seinem Objekt auch noch um Bruchteile von Millimetern justieren kann. Erschwerend hinzu kommt, dass was auf dem Kamera-Display bereits scharf aussieht, es im Ergebnis nicht unbedingt sein muss. Aus diesem Grund hatte ich die Kamera an einen 55" UHD-Fernseher gesteckt, um den Punkt zu erwischen, der die größtmögliche Schärfe liefert.

Und dann das Licht - mit einem Glas, dessen Durchmesser wohl eher dem einer Mikroskoplinse gleicht als dem einer für die Kamera kommt man mit normalem Licht nicht aus, zumal der Abstand vom Objekt wohl keine 2cm beträgt. Tatsächlich war die Beleuchtung trotz Ringlampe (zu groß) und zusätzlicher Kamerbeleuchtung auf einem zweiten Lichtstativ nicht ausreichend, um unter Belichtungszeiten zu gelangen, die man noch bewerkstelligt ohne eine Fernsteuerung zu verwenden. Jede noch so winzige Erschütterung beeinträchtigt das Ergebnis. Luft anhalten, hoffen, dass draußen nicht grade der Bus ums Eck fährt, Fernbedingungsknopf drücken...

Es ist eine Frage der Geduld, Technik und Nachbearbeitung (Stacking - da bin ich aktuell noch nicht), und es braucht ein Setup, bestehend aus Stativ, Beleuchtung, Auflage für das Objekt, Makroschlitten.

Mit den Ergebnissen bin ich nicht besonders zufrieden. Ich hatte beim Justieren den Eindruck, dass mit dem Objektiv keine wirkliche Schärfe rauszuholen ist. Trotz feinster Justierungen und mehreren Aufnahmen in Folge, um "den Punkt" auch sicher abgelichtet zu haben - das eine Bild mit dem zumindest kleinen, knackig scharfen Bereich wollte sich nicht einstellen. Nichtsdestotrotz erschlossen sich ein paar interessante Einblicke in Bereiche, die man mit freiem Auge so niemals sieht.

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